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Security-by-Design: So lassen sich AV-Systeme von Grund auf absichern
AV-Umgebungen können zum Einfallstor für Cyberkriminelle werden. IT-Verantwortliche müssen deshalb auch diese Systeme in ihre IT-Sicherheitsstrategie einbinden. Doch nur wenn AV-Lösungen sicher designt sind, lassen sie sich zuverlässig schützen.
Hybride Arbeitsumgebungen und cloudbasierte Collaboration-Lösungen haben die Angriffsfläche für Cyberattacken deutlich vergrößert. Immer häufiger werden AV-Systeme oder Collaboration-Lösungen erfolgreich von Cyberkriminellen oder staatlichen Akteuren missbraucht, um Zugangsinformationen und sensible Daten zu erbeuten oder Malware einzuschleusen. Sind Kameras und Mikrofone über das Internet erreichbar oder wird die Kommunikation nicht verschlüsselt, lassen sich Gespräche und Videos mitschneiden, über öffentlich zugängliche Tools wie TeamsPhisher können Kriminelle automatisierte Angriffe auf bekannte Schwachstellen in Collaboration-Software durchführen, der Diebstahl von Zugangs-Tokens ermöglicht es Angreifern, im Namen des Opfers Nachrichten zu versenden und dessen Chat-Verlauf mitzulesen – um nur einige der Sicherheitsrisiken von AV-Systemen und Collaboration-Software zu nennen.
Solche Sicherheitslücken gefährden nicht nur das Unternehmen, sondern können auch hohe Bußgeldzahlungen und persönliche Haftungsrisiken nach sich ziehen. Wer gegen Vorgaben in Gesetzen und Richtlinien wie der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), NIS 2 (Network and Information Security 2) oder DORA (Digital Operational Resilience Act) verstößt, muss mit Bußgeldern von bis zu vier Prozent des weltweiten Umsatzes rechnen.
Sicherheitsrisiken durch AV-Systeme: Security-by-Design ist entscheidend
Digitale Systeme, die nicht von Anfang an sicher entwickelt wurden, lassen sich im Nachhinein nur mit hohem Aufwand schützen. Oft bleiben sie trotz aller Bemühungen für Angriffe anfällig. Hersteller von AV-Systemen sollten deshalb bereits in der Entwicklungsphase die besonderen Herausforderungen von Kommunikationssystemen berücksichtigen. Das fordert im Übrigen auch der Cyber Resilience Act (CRA) – eine EU-Verordnung, die Hersteller digitaler Produkte dazu verpflichtet, Sicherheit in alle Phasen des Produktlebenszyklus zu integrieren.
Ein zentraler Bestandteil einer solchen Security-by-Design-Strategie ist das Threat Modeling, eine systematische Analyse, bei der potenzielle Bedrohungen erkannt und Gegenmaßnahmen entwickelt werden. Mit Werkzeugen wie dem Microsoft Threat Modeling Tool, Draw.io, Lucidchart oder OWASP Threat Dragon lassen sich alle Komponenten eines Systems auf Sicherheitslücken untersuchen, Datenflüsse visualisieren, Bedrohungen identifizieren und Risiken bewerten.
Für jede potenzielle Bedrohung müssen konkrete Maßnahmen definiert werden. Dabei kann man sich an der STRIDE-Methode orientieren. STRIDE steht für Spoofing (Fälschung), Tampering (Manipulation), Repudiation (Abstreiten) Information Disclosure (Datendiebstahl / Datenverlust), Denial of Service (Systemüberlastung) und Elevation of Privilege (Rechteausweitung).
Auf das Design von AV-Systemen angewandt, bedeutet das: AV-Geräte müssen sicher authentifiziert werden können, um Spoofing zu verhindern. Firmware-Updates müssen signiert und gegen Manipulation (Tampering) geschützt sein. Alle Aktivitäten müssen protokolliert werden, damit unbefugte Zugriffe nicht abgestritten werden können (Repudiation). Verschlüsselte Audio- und Videostreams sowie eine starke Transportsicherheit reduzieren die Gefahr von Datenabflüssen (Information Disclosure), Firewall-Regeln (Rate Limits) für SIP/RTP-Traffic (Session Initiation Protocol / Real-Time Traffic Protocol) verhindern DoS-Attacken über AV-Systeme, rollenbasierte Berechtigungen für Nutzung und Administration erschweren eine Rechteausweitung.
Security-by-Design in der Praxis
Wie Security-by-Design praktisch umgesetzt werden kann, zeigt das Beispiel Shure IntelliMix Room Kits. Der Hersteller verfolgt bei der Produktentwicklung einen mehrstufigen Sicherheitsansatz (Defense-in-Depth), der Sicherheitskontrollen auf allen Ebenen kombiniert. Die Hardware ist mit einem Trusted Platform Module (TPM) 2.0 ausgestattet, das als Root-of-Trust (RoT) für Verschlüsselung, Passwortspeicherung und die Validierung von Systemkomponenten dient. UEFI Secure Boot und eine Firmware-Validierung stellen sicher, dass während des Startvorgangs nur autorisierte Prozesse ausgeführt werden können. Das Betriebssystem ist auf die für den Konferenzbetrieb notwendigen Funktionen limitiert.
Um die Angriffsflächen weiter zu minimieren, beschränkt das System die Ausführung von Applikationen und Netzwerkdiensten innerhalb der definierten AV-Umgebung auf die für die Audio- und Videokommunikation notwendigen Funktionen. Auch Schnittstellen zu anderen Systemen werden auf das absolut Notwendige begrenzt. Der administrative Zugriff ist vom Standardbetrieb getrennt, Endanwender können nur explizit genehmigte Aktionen ausführen.
Die Netzwerkarchitektur des IntelliMix Room Kit basiert auf einem Dual-LAN-Design, bei dem die Anbindung an das Unternehmensnetzwerk von der lokalen Kommunikation der Geräte im Raum getrennt wird. Diese beiden Netzwerke stellen separate Vertrauenszonen dar und sind so konzipiert, dass sie unabhängig voneinander konfiguriert, gesichert und überwacht werden können. Insgesamt definiert IntelliMix Room Kit vier Vertrauenszonen: den physischen Raum mit allen installierten Endgeräten, das zentrale System, auf dem die Konferenz- und Audiosoftware gehostet wird, das Unternehmensnetz, an dem sich die Endnutzer authentifizieren und autorisieren, sowie Cloud-Dienste wie Microsoft 365 oder ShureCloud für die Geräteverwaltung.
Fazit: Security-by-Design – ein essenzieller Bestandteil jeder Sicherheitsstrategie
Inhärent unsichere AV-Systeme lassen sich nur mit hohem Aufwand schützen und bleiben oft anfällig für Angriffe. IT-Verantwortliche erleichtern sich die Arbeit, verbessern den Schutz ihres Unternehmens und reduzieren persönliche Haftungsrisiken, wenn sie AV-Systeme wie Shure IntelliMix Room Kit installieren, bei denen Sicherheit bereits im Design verankert.
Security-by-Design ist allerdings nur ein – wenn auch wesentlicher – Baustein einer ganzheitlichen Sicherheitsstrategie. Zu ihr gehören neben weiteren technischen Vorkehrungen auch organisatorische Maßnahmen wie Security-Awareness-Schulungen für Endnutzer und Weiterbildungsangebote für die IT-Mitarbeiter. Nur so lässt sich eine sichere Kommunikation innerhalb des Unternehmens, aber auch mit Kunden, Partnern und Dienstleistern gewährleisten.
Detaillierte Informationen zum Security-by-Design-Konzept von Shure IntelliMix Room Kit finden Sie in diesem Whitepaper.
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